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Der weite Weg zurück

Buch und Regie: Maria und Peter Warkentin
Uraufführung:
19.2.2000 Bis heute ca. 160 Vorstellungen in ganz Deutschland!

1763 veröffentlichte die russische Zarin, Katharina II., eine deutsche Prinzessin, ein Edikt, das „allen Ausländern verstattete“ in ihr Reich zu kommen. Etwa 100000 Deutsche folgten dem Aufruf, um sich in der Ferne eine neue, bessere Heimat zu suchen. - Die Zeiten haben sich geändert. Tausende kehrten in die alte Heimat zurück. Doch wer sind sie? Rückkehrer, Zugereiste, Einwanderer, Aussiedler, Spätaussiedler?.. „Wer bin ich? Wo ist meine Heimat? Wo bin ich zu Hause?“ - ein Thema, mit dem sich die Russlanddeutschen auseinandersetzen müssen.

Das Programm „Der weite Weg zurück“ mit Humoresken und Schwänken im wolgadeutschen Dialekt, russischen Romanzen und deutschen Liedern entstand aus dem Wunsch heraus, Geschichte und Kultur der Deutschen aus Russland in unterhaltsamer Form dem Publikum darzubieten. „Wie in einer Ellipse werden die sich wiederholenden Wörter `weiter Weg´, `wandern´ und `Zuhause´ zu einem Symbol erhoben, das die Schauspieler mit höchster artistischer Ausdrucksform, aber sehr menschlich und herzlich den Zuschauern bringen... An diesem Abend ist es vielen Zuschauern klar geworden, dass die Geschichte der Deutschen aus Russland auch ein Bestandteil der gesamten deutschen Geschichte ist.“ (Veronika Karg, DEUTSCHE UMSCHAU)

Die Sanfte

Die Sanfte

Autor:Fedor Dostojewski
Regie:
Wassilij Setschin
Premiere:
28.2.1997



Eine bekannte deutsche Theaterkritikerin schrieb einmal über die 100-gesichtigen Menschen bei Dostojewski. Wir erheben nicht den hohen Anspruch, alle 100 Gesichter zu zeigen. Uns würde es reichen, seine Personen in ihrem Charakter und in ihrer psychologischen Vielfältigkeit zu offenbaren. Dostojewski liebte keine 'sauberen' Helden. Für ihn war es wichtig, einen Menschen mit all seinen Fehlern darzustellen - das beste Beispiel dafür ist Raskolnikow, der Verbrecher in „Schuld und Sühne". Der Held in der Erzählung „Die Sanfte" ist nicht nur ein Mörder, der seine Tat unter psychischem Druck vollbracht hat, sondern auch selbst ein tief leidender Mensch. Für uns war es sehr wichtig, dass der Held in 'der Sanften' seine Schuld erkennt und eingesteht. Durch die Reue kommt der Mensch auf den Weg seiner Rettung. Der Regisseur Wassilij Setschin absolvierte die Akademie der Theaterkunst in Moskau. Als Regisseur wurde er in Deutschland tätig. Er selbst bezeichnet sich als deutschen Regisseur russischer Abstammung. "Auf Armlänge kommen die Darsteller an den Zuschauer heran, jede Schweißperle ist sichtbar, jedes Zittern in der Stimme hörbar – die Vorstellung, die gespielte Figur sei physisch präsent, sei wahrhaftig, ist in Reichweite. Keine Pause unterbricht den Sog, der von der Bühne kommt, die Steigerung reicht bis ans Ende. Ein Ende, das Hoffnung verspricht, erkennt der ’Held’ doch seine Schuld und gesteht seinen fatalen Irrtum." (Ralf Menikheim, Fränkische Nachrichten)

Zwei auf einer Bank

Autor: Alexander Gelman
Regie:
Maria Warkentin
Erstaufführung in Niederstetten:
29.11.1995 






Das Stück spielt in einem Stadtpark und beginnt zu jener geheimnisvoll-berückenden Stunde eines Sommerabends, wo - wie ein Dichter sagt - der Tag verlischt, die Nacht geboren wird. Ausgerechnet zu dieser Stunde treffen sich im Stadtpark ER und SIE. Auf den ersten Blick scheint diese Bekanntschaft zu denen zu gehören, die am Abend beginnen und am Morgen enden. Aber alles ist anders, komplizierter: ER ist verheiratet, SIE - geschieden. Beide sind einsam. Der Autor zeigt in seinem Stück das Drama zweier Menschen, die ganz wenig vom Leben verlangen - Menschenglück, Wärme, Einvernehmen - und die erfahren müssen, wie schwierig der Weg dorthin ist. Alexander Gelman - ein zeitgenössischer russischer Dramatiker, der seine schöpferische Tätigkeit in den Sechzigern, den so genannten 'Tauwetter- Jahren', begann. "Ein Wechselbad der Gefühle, ein stetes Hin und Her zwischen Freude und Frust, Hoffen und Bangen, Liebe und Hass, Ver- und Misstrauen, Wahrheit und Lüge durchleben die 'Zwei auf einer Bank'... Das Schauspielerpaar Warkentin... ist in diesem melancholischen Kleinbühnenstück der Unzulänglichkeit des menschlichen Charakters, der Divergenz zwischen Wunsch nach großer Liebe und ernüchternder, von diffusen Ängsten und Bequemlichkeit gezeichneter Wirklichkeit auf der Spur. Eine Geschichte, die ein düsteres Bild auf die Beziehungsfähigkeit von Mann und Frau wirft, und doch, wie ein Zuschauer nickend am Ende leise vor sich hinsagt, 'eine Geschichte aus dem Leben'." ( Bodo Metzger, Hohenloher Tagblatt)

Emigranten

Emigranten

Autor: Slawomir Mrozek
Regie:
Ludmila Zukassowa (Maly Theater, Moskau)
Premiere: 26.12.1994




Heimat und Heimatverlust ist zwar das verbale Grundthema des Stückes, aber es geht um mehr. Mrozek stellt den Menschen als "widersprüchlich in sich" dar, die Protagonisten sind nur zwei Seiten einer Medaille. Auf der Bühne in zwei Rollen/Charaktere getrennt, sieht der Zuschauer zwar zunächst fremde Ansichten fremder "Typen". Im Laufe der Handlung kommen sich diese aber sowohl auf der Bühne in einer Art Hassliebe näher, wie auch der Zuschauer selbst in die Welt des Spiels eindringt und sich oft eingestehen muss: Ja, das bin ich! "Nicht das Thema Emigranten interessiert uns, nein. Doch die verblüffende Ähnlichkeit der Figuren und der Situationen unserer Landsleute haben uns auf die Idee gebracht, dieses Stück zu inszenieren." "Slawomir Mrozek zeigt seine literarischen Figuren gerne in existentiellen Doppelsituationen. Viel hat der in Paris lebende Exilpole mit seinen französischen Existentialistenkollegen gemeinsam, aber eines hat er ihnen voraus: Eine messerscharfe, analytische Art, die Dinge literarisch zu fassen und trotzdem immer verstehbar zu bleiben." (Michael Schwarz, Tauber-Zeitung)